1. Rechtliche Einordnung
Bei der Tätowierung wird die Tattoofarbe mittels Nadeln in die zweite Hautschicht, die Dermis, eingebracht. Da die Haut hierbei verletzt wird und dies schmerzhaft ist, handelt es sich bei dem Vorgang tatbestandlich um eine Körperverletzung gemäß § 223 Abs. 1 StGB.
2. Aussehen und Alterung
Die Beschaffenheit einer Tätowierung hängt nicht zuletzt von deiner Hautbeschaffenheit ab. Zwischen Vorlage und fertiger Tätowierung kann es zu leichten Abweichungen in Form und Farbe kommen. Eine Tätowierung altert mit dem lebenden Gewebe. Starke Sonneneinstrahlung beschleunigt das, Farben verblassen und Konturen werden unscharf. Sonnenschutz und gute Hautpflege wirken dem entgegen.
3. Mögliche Nebenwirkungen
Trotz größter Sorgfalt kann es in seltenen Fällen zu Kreislaufproblemen, Schüttelfrost, leichtem Nachbluten, Anschwellen der Haut mit Juckreiz und Rötungen, leichter Narbenbildung, ungewollten Farbverläufen (Blow-Outs), Photosensitivität, Keloiden oder Sarkoidosen sowie nichtallergischen Fremdkörperreaktionen kommen.
In sehr seltenen Fällen kommt es – vor allem infolge unsachgemäßer Nachbehandlung – zu Infektionen oder Keimverschleppungen. Auch Unverträglichkeiten gegen einzelne Farben wurden beobachtet. Sollte das eintreten, sag uns unverzüglich Bescheid und suche bei erheblichen Beschwerden einen Arzt auf. Nach § 52 Abs. 2 SGB V kann die gesetzliche Krankenversicherung im Komplikationsfall Regress nehmen.
4. Cover-Up und Blast-Over
Bei einer Übertätowierung lässt sich im Vorfeld weder vorhersagen, ob eine Überdeckung überhaupt gelingt, noch mit welchem Zeit- und Arbeitsaufwand. Wechselwirkungen mit der bereits eingebrachten Farbe sind nicht auszuschließen.
5. Vorbehandelte Haut
Wurde an der Stelle bereits eine Tätowierung entfernt oder aufgehellt, kann das Ergebnis vom gewünschten abweichen. Die Haut kann in ihrer Farbaufnahme beeinträchtigt sein oder verstärkt zur Narbenbildung neigen. Dasselbe gilt für Dehnungsstreifen und Narben.
6. Bewegungen während des Stechens
Da der Vorgang schmerzhaft ist, kann es zu ruckartigen, für uns unvorhersehbaren Bewegungen kommen. Trotz leichter Fixierung lässt sich die Reflexreaktion nicht gänzlich verhindern. In seltenen Fällen beeinflusst das die Qualität, etwa bei Linienführungen.
7. Aufnahmefähigkeit der Haut
In ungewöhnlichen Fällen ist die Fähigkeit der Haut, Pigment aufzunehmen, eingeschränkt. Das ist im Vorfeld nicht abzusehen. Begünstigend wirken erhebliche UV-Exposition sowie Steroidmissbrauch.
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